„Quota di legittima“ im italienische Pflichtteilsrecht

Pflichtteilberechtigte Personen („eredi legittimari“) sind gem. Art. 536 c.c. die Kinder, der Ehegatte und die Vorfahren (aber nur falls keine Kinder oder Ehegatte vorhanden sind). Anders als in Deutschland bildet das italienische Pflichtteilsrecht die sogenannte „quota di legittima“, welche nicht als bloßer Geldanspruch gegen den Erben, sondern ein dinglich wirkendes Noterbrecht zu betrachten ist. Das Pflichtteilsrecht steht dem „Enterbten“ nicht automatisch mit dem Tode des Erblassers zu, sondern nach erfolgreicher Herabsetzungsklage („azione di riduzione in senso stretto“). Die Pflichtteilsquote im Falle eines Kindes beträgt 1/2 der gesamten Erbmasse während bei mehreren Kindern zusammen 2/3, aber nur wenn kein Ehegatte vorhanden ist. Ist der Ehegatte vorhanden mit einer Abkömmlinge, erhalten diese je 1/3. Sind es mehrere Kinder vorhanden, beträgt die Pflichtteilquote für den Ehegatten ein Viertel und für die Kinder insgesamt die Hälfte je zum gleichen Teil. Wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind, beträgt der Pflichtteil des Ehegatten 1/2 der Erbmasse. WICHTIG: für die Berechnung des Umfangs des Pflichtteilsrechts ist zunächst das Reinvermögen des Erblassers zum Todeszeitpunkt zu ermitteln. Eingerechnet werden auch Schenkungen des Erblassers gem. 556 italienisches Zivilgesetzbuch. Die Mitberechnung der Zuwendungen unterliegt keiner Befristung.[/fusion_text]